22. September 2026 – der 200. Todestag von Johann Peter Hebel, der am 10. Mai 1760 in Basel geboren wurde und am 22. September 1826 in Schwetzingen verstarb. Heute ist Johann Peter Hebel insbesondere aufgrund seiner Sammlung von Sagen, Anekdoten und Schwänken im „Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes“ bekannt.

Es gibt einige indirekte Belege, dass Franz Kafka Hebel und das Schatzkästlein sehr schätzte. So empfahl Kafka seiner zweimaligen Verlobten Felice Bauer Hebel zur Vorlese-Lektüre am 2. Oktober und am 10. Oktober 1916. Felice Bauer arbeitete ehrenamtlich für das jüdische Volksheim in Berlin, wo sie unter anderem den dortigen Kindern Geschichten vorlas. In die empfehlenswerte Texte für diese Lektüre mischte sich Kafka immer wieder gerne postalisch ein und spendete auch einige Buchexemplare.

Am 14. Oktober 1921 ist der Rezitator Ludwig Hardt zu Gast im Prager Mozarteum und liest neben Aphonse Daudets „Briefe aus meiner Mühle“ das 14. Kapitel „Die beiden Alten“ auch Texte von Kafka, Walser, Keller und Kraus.

(Quelle: Prager Tagblatt vom 14. Oktober 1921, abgerufen unter https://anno.onb.ac.at/pdfs/ONB_ptb_19211014.pdf)

Einen Tag nach diesem Vortrag kommt es zum einzigen Treffen zwischen Franz Kafka und Ludwig Hardt und Kafka übergibt dem von ihn sehr geschätzten Rezitator aus seiner eigenen Bibliothek sein Exemplar von Schatzkästlien mit einer Widmung an Hardt.