Wer vom „Lärm des Lebens“ hört, mag an das im Sommer 2025 im Rowohlt Verlag erschienene autobiographische Buch des Schauspieler Jörg Hartmann denken, als erstes sprach aber Kafka von diesem Lärm in einer Postkarte an Felice Bauer am 8. September 1916
„Liebste, heute kamen die Briefe vom 5. und 6. vielen Dank. Du schreibst von Wohnungen. Wie habe ich mich gestern nach Stille gesehnt, nach vollkommener undurchdringlicher Stille. Glaubst Du, daß ich Sie jemals haben werde, solange ich Ohren zum Hören und einen Kopf habe, der den unentbehrlichen Lärm des Lebens in Überfülle selbst vollführt. Ich glaube die Stille weicht mir aus, wie das Wasser vor dem an den Strand ausgeworfenen Fisch.“
(Franz Kafka, Briefe 1914 – 1917, Frankfurt/Main 2005, S. 217)
Die ist einer von vielen Belegen, wie unter anderem auch das zu Lebzeiten veröffentliche Prosastück „Großer Lärm„, für die Sehnsucht Kafkas nach Ruhe. Was allerdings dieser Lärm des Lebens eigentlich sein soll bleibt rätselhaft, da es ja Kafkas eigener Kopf ist, der diesen Lärm vollführt.