Arte zeigte in seiner zweiteiligen Dokumentation „Babylon Prag“ ein umfassendes Bild von Prag in den 1920er Jahren. Entgegen des Untertitels „Die wilden 20er Jahre“, geht es gerade im zweiten Teil um die Zeit von 1933 bis 1939 und den Konflikten zwischen Deutschen, Tschechen und auch dem vermehrten Antisemitismus. Dessen ungeachtet ist es eine gelungene Dokumentation über Prag von 1920 bis 1939, über die deutschsprachige Kultur in Prag und damit selbstredend auch über Kafka und thematisiert die Konflikte zwischen der deutschen Minderheit und den Tschechen in dieser Zeit hervorragend. Daneben erfährt man auch viel über die politischen Umstände und dem Scheitern der ersten und zweiten tschechischen Republik.

In zweimal 45 Minuten ist viel zu erfahren und viel an historischem originalem Bild- und Filmmaterial zu sehen – anschauen lohn sich in jedem Fall.